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    2. Renninger Coup: Luca Dieckmann gewinnt DM-Titel

    Ein erfolgreiches Trio: Lisa, Margit und Luca

    Nach dem Meistertitel von Lisa Sophie Hartmann vor einer Woche hatten die Renninger Leichtathleten um Trainerin Margit Hartmann mit Luca Dieckmann noch ein weiteres Ass im Ärmel. Die Medaillenchancen bei den Deutschen U20-Mehrkampfmeisterschaften im Bundesleistungsstützpunkt Kienbaum waren vom Papier her realistisch, ein Selbstläufer sind Deutsche Meisterschaften nie, erst recht nicht im Zehnkampf. Zu groß ist die Leistungsdichte im Deutschen Mehrkampfnachwuchs und so entwickelte sich ein richtiger Zehn-"KAMPF".

    Der erste Tag war geprägt von böigem und nasskaltem Wetter. Unter diesen Bedingungen war die 100m-Zeit (11.21s) von Luca Dieckmann ein guter Start. Da er die ganze Saison über gute Weitsprungleistungen bei Einzelstarts jenseits der 6.90m erziehlt hatte, ging Luca optimistisch in die nächste Disziplin. Doch wie bei der EM-Qualifikation in Bernhausen stellten sich auch in Kienbaum Probleme beim Anlauf ein, so dass er immer weit vor dem Brett apsprang und nicht über 6.53m hinaus kam. Das Feld rückte enger zusammen und so galt es im Kugelstoßen direkt zu kontern. Das Einstoßen klappte vielversprechend. Im 2.Versuch konnte Luca seine Bestleistung um einen halben Meter verbessern und sich mit 14.72m wieder etwas Luft verschaffen. Im anschließenden Hochsprung wollte er endlich mal wieder sein Leistungsvermögen abrufen. Da dies nur teilweise gelang und die Konkurrenz aufschloß, musste er diesen Dämpfer schnell wegstecken, um im abschließenden 400m-Lauf die Tagesführung wieder auszubauen. Doch die anderen Medaillenkandidaten erziehlten mit starken Läufen erhebliche Leistungssteigerungen. Luca ging deshalb extrem schnell an und hatte den vor ihm laufenden Bechmann schon nach 80m eingeholt und konnte sich etwas von ihm absetzen. Auf der Zielgeraden musste er dem sehr hohen Tempo auf den ersten 200m Tribut zollen und sich bis ins Ziel kämpfen. Die Zeit von 49.21s blieb zwar hinter den eigenen Erwartungen zurück, war aber trotzdem die Tagesbestzeit.

    Der zweite Tag beginnt mit einer von Luca's stärksten Disziplinen. Vor einer Woche konnte er mit 14.16s über 110m Hürden seine PB steigern und Platz 4 der Deutschen Einzelmeisterschaften  erreichen. Doch wieviel Körner hatte der 400m-Lauf gekostet, weh getan hatte er allemal. Bei abermals kaltem, böigen Wetter waren die 14,55s nach dieser Vorbelastung sehr stark und erhöhten nochmals seinen Vorsprung. Beim Diskuswurf konnte er diesen halten und leicht ausbauen. Würde er reichen? Mit dem Stabhochsprung blies die Konkurrenz zum Angriff und schwang sich mit 4.90m in sehr große Höhen. Sollte sich Hamburg wiederholen, dort verlor er dadurch die begehrte Medaille knapp.

    Der Speerwurf, nie die Stärke von Luca, sollte die Vorentscheidung bringen. Auf Grund einer langwierigen Ellenbogenverletzung konnte Luca mit Trainer Frank Schmid-Mergenthaler nicht mit dem Speer arbeiten. Wie in Bernhausen verzichtete er auf das Einwerfen und konzentrierte sich auf einen einzigen Versuch. Die Ungewißheit war groß, die Erleichterung noch größer als der Speer erst bei 45,60m (PB) niederging.

    Nur 2 Punkte blieben von seinem Vorsprung übrig, aber somit hatte er im abschließenden 1500m-Lauf alles in seiner Hand bzw. in den eigenen Beinen. Die Spannung wuchs, sein größter, sportlicher Erfolg war zum Greifen nah. Locker bleiben, Nerven behalten und hellwach auf alle Situationen im Rennen reagieren, war die Devise. Als guter Läufer konnte er die direkte Konkurrenz in Schach halten und sich unter dem Jubel der mitgereisten Anhänger im Ziel über den Gesamtsieg freuen! Herzlichen Glückwunsch!

     

     


    19.08.17 14:57 Alter: 59 Tage